Extertal und Dörentrup sind Vorreiter

BUZ: Wollen zusammen die Kommunikationsplattform für ganz Dörentrup und Extertal bereitstellen: Dr. Klaus Schafmeister (Projektleiter Smart Country Side), Tekla Mefort (Projektmitarbeiterin), Monika Rehmert, Friedrich Ehlert, Karl-Heinz Kosberg (Vorsitzender Dorfgemeinschaft Bremke), Landrat Dr. Axel Lehmann, Ilsemarie Büscher (Vertreterin des Modelldorfes Kükenbruch) sowie Ann-Kathrin Habighorst (Projektmanagerin) und Heino Rinne. (v.l.)

Bild: Kreis Lippe

Smart Country Side schafft Kommunikationsplattform für weitere Dörfer

Die Gemeinden Dörentrup und Extertal erhalten als erste lippische Kommunen eine flächendeckende Versorgung mit einer Kommunikations-App. Landrat Dr. Axel Lehmann sieht in der Entwicklung Chancen für ganz Lippe: „Mit Hilfe der Gemeinden testen wir noch während der Projektphase, wie alltagstauglich die Plattform für verschiedene Dorfgemeinschaften ist. Von den Ergebnissen können dann auch weitere lippische Dörfer und Gemeinden profitieren. Dadurch kommen wir unserem Ziel aus dem Zukunftskonzept 2025, die Lebensqualität in Dörfern zu stärken, einen großen Schritt näher.“

In einem breit angelegten Partizipationsprozess konnten die Bewohner der Modelldörfer Bremke/Rott, Silixen/Kükenbruch und Bega im Zuge von Dorfkonferenzen ihre Ideen und Bedarfe äußern, wie digitale Lösungen das Leben auf dem Land verbessern können. Ein Wunsch von allen: Eine Kommunikationsplattform, um den Austausch im Dorf zu optimieren und Vereinen, Institutionen und Privatpersonen die Möglichkeit zu geben, sich datenschutzkonform über Belange des Dorfes zu verständigen. Die Kommunikations-plattform besteht dabei aus zwei Bausteinen: Einer Website, auf der Informationen über das Dorf beziehungsweise der Dörfer hinterlegt sind, und einer App, in der/mit der sich die Bürger untereinander austauschen können.

Während der Konferenzen war für Heino Rinne, erster Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Rott-Hagendorf-Nösingfeld, klar: „Dieser Prozess ist eine Chance nicht nur für ein Dorf, sondern für eine ganze Gemeinde, die genutzt werden muss. Mit unseren knapp 660 Einwohnern können wir nicht alleine eine eigene Kommunikations-plattform betreiben“. So entstand die Idee, die Plattform nicht nur für die bisherigen Modelldörfer anzubieten, sondern auf das gesamte Extertal auszuweiten.

Daraufhin suchte Rinne als Multiplikator der Modellorte Bremke und Rott das Gespräch mit Vertretern aus der Politik und der Gemeinde. Sein Vorhaben fand dabei Zuspruch. „Ich freue mich, dass jetzt schon weitere Dörfer von der Maßnahme profitieren können und wir uns damit als Modellgemeinde an einem solchen Prozess partizi-pieren können“, befürwortet Monika Rehmert, Bürgermeisterin von Extertal, das Vorhaben. Zudem weist Rehmert darauf hin, dass dies auch eine Möglichkeit sei, einen digitalen Kontakt zur Gemeinde aufzubauen: „Wir müssen mit der Zeit gehen und Informations- und Kommunikationstechnologie nutzen, um sich mit den Bürgern besser zu vernetzen“. Auch die Nachbargemeinde Dörentrup ist auf die Initiative von Rinne aufmerksam geworden. „Die Digitalisierung wird unser Leben fundamental verändern. Wir müssen die neuen Möglichkeiten dieser Technik nutzen, um auch im ländlichen Bereich zukunftsfähig zu sein“, zeigt Dörentrups Bürgermeister Friedrich Ehlert sein Interesse an einer flächendeckenden Variante.

Die Entwicklung des ländlichen Raums treibt auch die LEADER Region Nordlippe voran. Borris Ortmeier, Leadermanager, hat daher den Prozess von Anfang an mitbegleitet und ist von dem ehrenamtlichen Engagement begeistert: „Ich freue mich, dass jetzt zwei Gemeinden der LEADER Region Nordlippe als Modellgemeinde fungieren. Dies zeigt noch einmal wie wichtig es ist, vorhandene Synergien zu bündeln.“

Die Kommunikationsplattform bietet den Nutzern verschiedenste Anwendungsbereiche. „Das besondere an der App ist, dass sich jeder Bürger individuell seine ‚Empfangsstärke‘ der Neuigkeiten aus der Gemeinde beziehungsweise aus den Dörfern einstellen kann. So kann jeder selbst entscheiden, ob er nur auf Dorfebene oder darüber hinaus mitdiskutieren möchte“, teilt Willi Schirrmacher, Vorstand des Heimatvereins Silixen, mit. 

Interessierte Bürger können sich über die Kommunikationsplattform sowie über die weiteren Schritte im kommenden Jahr informieren. Am Dienstag, 8. Januar, findet ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus GH in Silixen eine Infoveranstaltung statt. Einen Tag später, ebenfalls um 19 Uhr wird in Dörentrup im Innovationszentrum ein Termin angeboten.

Smart Country Side ist ein mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördertes Kooperationsprojekt der Kreise Lippe und Höxter und eines von zehn Projekten des Handlungskonzeptes „OWL 4.0“. Zusammen wollen die Akteure die digitale Transformation in Ostwestfalen-Lippe voranbringen und die Zukunftschancen der Region sichern. Weitere Informationen unter www.owl-morgen.de

 

 

 

Medizinische Innovationen so weit das Auge reicht – das war die MEDICA 2018

Medizinische Innovationen und spannende Neuerungen so weit das Auge reicht – das war die MEDICA 2018. Das Projekt Smart Country Side präsentierte sich zum zweiten Mal auf der weltgrößten Fachmesse, die vom 12. bis 15. November 2017 in Düsseldorf stattfand. Zusammen mit der „Projektwerkstatt Gesundheit 4.0“, einem bewährten Kooperationspartner, folgt das SCS-Projektteam der Einladung des Gemeinschaftsstand des Landes NRW, um die Ergebnisse und weiteren Meilensteine des OWL 4.0 Digitalisierungsprojektes interessierten Fachbesuchern vorzustellen. Das Projektteam vor Ort berichtete von den Ergebnissen aus den durchgeführten Dorfkonferenzen, den ersten Erfahrungen während der Umsetzungsphase in den OWL-Kreisen Lippe und Höxter und gab einen Ausblick auf die weiteren Projektschritte.

Digitaler Wandel im Dorf – Dorfplattform für die Modellorte von Smart Country Side startet 2019

16 Modelldörfer in den Kreisen Lippe und Höxter haben sich 2017 auf den Weg gemacht, die Digitalisierung für sich zu nutzen und sich dem digitalen Wandel im Dorf zu stellen. In einem breit angelegten Partizipationsprozess konnten die Bürgerinnen und Bürger in den Modelldörfern im Rahmen von Dorfkonferenzen ihre Wünsche und Bedarfe äußern. Aus den Ergebnissen wurden modulare, bedarfsgerechte Lösungen entwickelt, die den individuellen Anforderungen des Dorfes entsprechen. Landrat Dr. Axel Lehmann ist von der Entwicklung des Projektes erfreut: „Der Kreis Lippe hat in einem breiten Beteiligungsprozess die Sorgen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger aufgenommen und arbeitet nun mit ihnen an Lösungen, so stelle ich mir die Zusammenarbeit auf Augenhöhe vor.“

Landrat Friedhelm Spieker ergänzt, „durch das faire und transparente Wettbewerbsverfahren konnten sich im Kreis Höxter 6 Golddörfer für die Umsetzung ihrer insgesamt acht innovativen Projektideen qualifizieren. Michael Stolte, Projektleiter SCS im Kreis Höxter fügt hinzu: „Bereits 2017 wurden die Ideen durch die Dorfgemeinschaften bestätigt. Seitdem bereiten sich zahlreiche ehrenamtlich engagierte Dorf-Digital-Experten mit großem Engagement auf die Umsetzungsphase vor, die bald beginnt.“

Neben dem Wunsch die digitale Kompetenz der Dorfbewohner zu verbessern, Lern- und Medienecken in den Dorfgemeinschaftshäusern (DGH) zu schaffen, ist es den Modellorten auch wichtig, sich untereinander zu vernetzen, die Fürsorge für Hilfsbedürftige und somit eine bessere Teilhabe unterschiedlicher Zielgruppen im Dorf zu gewährleisten. Schnell war klar: Es braucht eine Informations- und Kommunikationsplattform, über die sich Vereine, die Kirche, ehrenamtlich aktive Gruppierungen, Weggezogene sowie die Bürgerinnen und Bürger vor Ort untereinander vernetzen können.

Basierend auf diesen Ergebnissen und Erkenntnissen haben die Projektverantwortlichen von Smart Country Side (SCS) gemeinsam mit den Multiplikatoren aus den Modelldörfern die Bedarfe in eine gemeinsame Leistungsbeschreibung zusammengefasst und eine Ausschreibung für eine Informations- und Kommunikationsplattform auf den Weg gebracht. „Dies ist nicht selbstverständlich“, berichtet Ann-Kathrin Habighorst, Projektmanagerin von SCS. „In vielen Dorfabenden haben die Ehrenamtliche ihr Know-how eingebracht, mit uns gemeinsam die Lösungen, die es auf dem Markt bereits gibt diskutiert und uns das Vertrauen geschenkt, die richtige Entscheidung für das Projekt zu treffen.“

Den Zuschlag hat das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE aus Kaiserslautern erhalten. „Wir freuen uns, dass wir für die Umsetzung der Kommunikationsplattform mit dem Fraunhofer IESE zusammenarbeiten“, so Dr. Klaus Schafmeister, Projektleiter von SCS. Der Partner aus Kaiserslautern sieht sich als Wegbereiter und -begleiter zukunftsweisender Ideen und will durch Projekte wie die digitalen Dörfer das Leben in den ländlichen Regionen zukunftsfähig gestalten.

„Die 16 SCS-Modellorte in den beiden Kreisen Höxter und Lippe“ sind jetzt Teil von über 100 digitalen Dörfern bundesweit und profitieren von deren Erfahrungen sowie den modularen Angeboten, die die Fraunhofer-Plattform bereitstellt und fortlaufend ergänzt“, betont Heidrun Wuttke, Projektmanagerin SCS Kreis Höxter.

Die Arbeit für die Modellorte fängt nun also erst richtig an, da ist sich auch Heino Rinne, 1. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Rott-Hagendorf-Nösingfeld sicher. „Gerade jetzt müssen wir weitere Mitstreiter in der Dorfgemeinschaft suchen, die uns bei der Umsetzungsphase helfen und Informationen in die Plattform eintragen. Wir wollen gemeinsam das Thema weiter nach vorne treiben.“ Hans-Werner Gorzolka, Dorf-Digital-Experte aus dem Golddorf Ovenhausen ergänzt: „Wir möchten mit der digitalen Dorf-Plattform neue Formen der Kommunikation, Information und Vernetzung mit unseren Bürgern erproben, um unser Dorf fit für die digital vernetzte Zukunft machen.“

Ziel ist es die digitale Dorf-Plattform am Ende des Projektes zu verstetigen, so dass auch andere Orte in beiden Kreisen davon profitieren können. Dafür legen die 16 Modellorte in Lippe und Höxter nun den Grundstein.

Smart Country Side ist ein mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördertes Kooperationsprojekt der Kreise Lippe und Höxter und eines von zehn Projekten des Handlungskonzeptes „OWL 4.0“. Zusammen wollen die Akteure die digitale Transformation in Ostwestfalen-Lippe voranbringen und die Zukunftschancen der Region sichern. Weitere Informationen unter www.owl-morgen.de

 

 

Schulen in Nordlippe geraten unter Strom

LEADER-Projekt: Die ersten Gelder aus dem Förderprogramm sind angekommen. Der Kreis und die Hochschule schaffen damit ein mobiles Energie-Projekt für den Unterricht

Nordlippe. Elektrische Energie ist allgegenwärtig, und wir nutzen sie an verschiedensten Stellen – ob beim Licht einschalten, am Herd oder wenn der Smartphone-Akku Saft braucht. Was genau dahinter steckt, wollen der Kreis Lippe und die Hochschule OWL Schülern im kommenden Jahr mit einem Projekt näher bringen – dafür gibt es Fördergelder aus dem „Leader“-Programm. „Obwohl wir sie täglich nutzen, haben wir in der Regel keinen vertieften Bezug zur Energie“, erklärt Hochschuldozent Dr. Thomas Schulte die Idee zu dem Kooperationsprojekt „Smart Energy Experience“. „Unser zentrales Anliegen in dieser Sache ist der Wissenstransfer in die Gesellschaft hinein“, setzt der Dozent fort. Schüler seien in dieser Hinsicht eine sinnvolle Zielgruppe. „Ganz einfach, weil sie in einem Alter sind, in dem man sich für die entsprechenden technischen Fragestellungen gut begeistern lässt.“

Praktisches Kernstück des Projekts sind drei kleine Experimentierkoffer. Die darin enthaltenen Versuche sollen Schülern weitergehende Einblicke zu Strom & Co. ermöglichen. Bestandteile sind unter anderem eine Photovoltaikanlage samt Android-App für die Auswertung der Leistung, eine kleine Brennstoffzelle oder ein Stromkreis samt Messgerät. „Dazu wird es Arbeitsblätter und Informationsmaterialien geben, die von der Hochschule erarbeitet wurden“, erklärt Karen Zereike, Projektmanagerin beim Kreis Lippe. „Wir hoffen dann auf einen Aha-Effekt und eine langfristige Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für das Thema.“ Die endgültigen Versuchskoffer sollen jetzt zusammengestellt und im kommenden Jahr einsatzbereit sein. „Wir haben geplant, ab April die ersten Schulen zu besuchen“, sagte Karen Zereike. Das Projekt ist bislang auf drei Jahre festgeschrieben und soll circa zehn nordlippische Schulen pro Jahr erreichen. Als Zielgruppe

haben die Macher die Klassen acht bis zehn im Visier. Lehrer müssen das Projekt für den Unterricht nicht vorbereiten. „Im Idealfall arbeiten die Schüler eigenständig damit und machen selbst ihre Erfahrungen“, sagt Zereike. Schüler würden am Ende dafür sensibilisiert, „dass sehr viel dahinter steckt, damit der Strom bei uns zu Hause aus der Wand kommt“, erklärt Dr. Schulte. Energieeffizienz und deren nachhaltige Nutzung dürften für den Nachwuchsam Ende weit mehr sein als bloße Schlagworte.

Die Kosten für „Smart Energy Experience“ werden mit rund 33.000 Euro veranschlagt, „zu 65 Prozent gefördert durch Mittel aus dem „Leader“-Topf“, erklärte Borris Ortmeier, Geschäftsführer der LAG (Lokale Aktionsgruppe Nordlippe), die für die Koordination der Zuwendungen bei „Leader“ zuständig ist. Bei entsprechender Nachfrage aus den nordlippischen Schulen sei es nach Ablauf der drei Jahre auch denkbar, das Projekt weiter zu führen.

 

Bewegungsstudie „REBIRTH active school“ an lippischen Schulen: „Wir sind aktiv!“

Die Kinder der Klasse 3b der Bachschule in Detmold gehen in die Hocke, klatschen sich dabei auf die Oberschenkel und rufen: „Wir sind aktiv!“; anschließend klatschen sie in die Hände und springen zum Abschluss in die Höhe. So beginnen die sportlichen Interventionen im Rahmen der durch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) initiierte Bewegungsstudie „REBIRTH active school“. Im Anschluss spielen die Schüler – angeleitet durch Sportwissenschaftler – Spiele wie die „Tollkirsche“. Dabei bewegen sich die Kinder frei im Klassenraum, auf das Kommando „Toll“ zappeln, springen und hüpfen sie. Beim nächsten Zeichen erstarren die Kinder kurz in der Bewegung und kommen zur Ruhe. Nach drei Minuten ist der Spaß wieder vorbei und die Schülerinnen und Schüler setzen sich auf ihre Plätze und arbeiten konzentriert weiter. „Diese kleinen Bewegungseinheiten im Unterricht zielen darauf ab, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und ein besseres Lernklima zu schaffen“, erklärt Professor Dr. Uwe Tegtbur, Direktor des MHH-Instituts für Sportmedizin.

Das schulische, unterrichtsbegleitende Interventionsprogramm soll die physische und psychische Leistungsfähigkeit sowie die soziale Kompetenz der Schüler steigern. Die unterrichtsbegleitenden Bewegungsimpulse sollen langfristig positive Effekte auf das biologische Alter und eine Zunahme der Regenerationsfähigkeit erzeugen. „Durch die Bewegungsstudie erfahren wir, wie fit die lippischen Schülerinnen und Schüler tatsächlich sind und auch, wo Handlungsbedarf besteht. Ich bedanke mich deshalb bei allen teilnehmenden Schulen, den Kindern und deren Eltern, ohne deren Mitarbeit diese Erkenntnisse nicht möglich wären“, so Landrat Dr. Axel Lehmann.

Vor den Sommerferien hat das interdisziplinäre Ärzteteam 358 Kinder aus dem Kreis Lippe und Hannover untersucht, um sie in die Studie aufzunehmen. Sie untersuchten Blut, Urin, Herzfunktion, Zahngesundheit und das biologische Alter sowie Ausdauer, Motorik und Ernährung. „Wir konnten feststellen, dass über 30 Prozent der untersuchten Kinder nicht das Normalgewicht einhalten“, sagt Professor Dr. Dr. h. c. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie und Initiator der Studie. „Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass die Schüler in der Integrierten Gesamtschule (IGS) im Vergleich zur Grundschule mehr Zeit mit modernen Medien verbringen. Die Grundschüler sind körperlich so fit wie früher. Durch den vermehrten Medienkonsum bewegen sich die Jugendlichen (5. – 6. Klasse) heute im Alltag weniger und zeigen Defizite in ihrer Fitness. Etwa 30 Prozent der Kinder essen jeden Tag Süßigkeiten und trinken gezuckerte Getränke. Außerdem war auffällig, dass 40 Prozent der Kinder morgens nicht zu Hause frühstücken und nur die Hälfte täglich Obst und Gemüse verzehrt“, ergänzt Professor Tegtbur.

Mitte September beginnt nun die erste Hälfte der Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Lippe gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, begleitet von den Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftlern, mit den sportlichen Aktivitäten. Die andere Hälfte der Schülerinnen und Schüler beginnt das Projekt im kommenden Jahr. So kann im nächsten Untersuchungszeitraum ab Mai 2018 untersucht werden, wie erfolgreich die Bewegungsintervention war. Neben den kurzen Bewegungseinheiten findet einmal wöchentlich die REBIRTH-Arbeitsgemeinschaft (AG) statt, eine abwechslungsreiche, anstrengende und vor allem mit viel Bewegung und Spaß verbundene Sporteinheit von 90 Minuten. „Wir haben bei dem Konzept der AG besonders darauf geachtet, die Bereiche Ausdauer, Kraft, Koordination sowie Entspannungsphasen einzubauen, um die Kinder ganzheitlich zu fördern und zu fordern“, erklärt Sportwissenschaftlerin Dr. Lena Grams, die die Studie koordiniert.

Das Besondere dabei: Die Mediziner messen die Telomerlänge. Telomere nennt man die Genabschnitte an den Enden unserer Chromosomen. Sie spiegeln die Erneuerungsfähigkeit, das sogenannte regenerative Potenzial, von Zellen wider. Dabei ist die Telomerlänge eng mit einer gesunden Lebensweise verknüpft. Aktive Sportler haben längere Telomere. In zwei vorangegangenen Studien mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MHH konnte das Studienteam zeigen, dass sich regelmäßiger Ausdauersport positiv auf die Telomerlängen – also auf die Zellregeneration – auswirkt. „Ab November wollen wir das Konzept der Studie auch auf die Generation 60 plus ausweiten. Gemeinsam mit fünf Hausärzten aus dem Kreis Lippe beginnen wir bereits jetzt mit der Rekrutierung“, sagt Professor Haverich, der auch den Exzellenzcluster REBIRTH (von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie), ein Forschungsverbund an der MHH, koordiniert.

Die Studie wird von der Braukmann-Wittenberg-Stiftung, der CORTISS Stiftung, dem Exzellenzcluster REBIRTH und aus Landesmitteln des Förderangebots „Niedersächsisches Vorab“ unterstützt.

Für Fragen rund um die Bewegungsstudie REBIRTH active school stehen die Sportwissenschaftlerin Dr. Lena Grams unter rebirth.active.school@mh-hannover.de oder Karen Zereike vom Zukunftsbüro des Kreises Lippe unter (0 52 31) 62 1045, k.zereike@kreis-lippe.de verwenden.

BUZ: Dr. Klaus Schafmeister (Kreis Lippe), Cornelius Jäger (MHH- Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Dr. Uwe Tegtbur (Direktor des Instituts für Sportmedizin an der MHH), Karen Zereike (Kreis Lippe), Prof. Dr. Axel Haverich (Klinikdirektor HTTG der MHH), Dr. Axel Lehmann (Landrat Kreis Lippe), Elke Prasse (Schulleitung Bachschule-Detmold), Christoph Trappe (Schulleitung Geschwister-Scholl Schule, Detmold), Dr. Lena Grams (MHH-Institut für Sportmedizin), Herbert Dierker (Konrektor Bachschule, Detmold), Fabian Pierburg (Werthschule-Detmold).

Foto: Kreis Lippe